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Artikel: 10 Dinge, die ich 2025 mit ALEMI gelernt habe

10 Dinge, die ich 2025 mit ALEMI gelernt habe

von unserer Mitgründerin Christina

2025 war ein intensives Jahr. Kein Jahr der schnellen Häkchen auf einer To-do-Liste, sondern eines, das uns als Organisation und mich persönlich sehr gefordert hat. Vieles hat länger gedauert als geplant, manches war schwerer als erwartet, anderes überraschend schön.

Wenn ich auf dieses Jahr zurückblicke, sehe ich weniger einzelne Momente, sondern einen Prozess. Einen, in dem wir als Team gewachsen sind, als Marke klarer geworden sind und ich selbst viel über meine Grenzen, meine Verantwortung und meine Haltung gelernt habe.

Hier sind zehn Dinge, die ich aus diesem Jahr mitgenommen habe.


1. Ein Rebranding ist kein Projekt, das man „nebenbei“ macht

Wir haben das Rebranding in seiner Wirkung unterschätzt. Nicht, weil wir naiv waren, sondern weil man erst mittendrin versteht, was es bedeutet, wenn plötzlich alles gleichzeitig infrage steht. Die Marke, die Zukunft, Entscheidungen, die weit über Design hinausgehen.

Über mehrere Monate war ALEMI als Organisation stark gebunden. Der Fokus lag fast ausschliesslich auf diesem einen Thema. Gedanken an das Weihnachtsgeschäft oder an Produkte für 2026 fühlten sich plötzlich weit weg an, fast nebensächlich, weil sich alles an der Frage aufhing, ob dieses Rebranding trägt.

Was mich bis heute beeindruckt, ist, wie sehr das Team zusammengehalten hat. Menschen haben Verantwortung übernommen, die weit ausserhalb ihrer eigentlichen Rolle lag. Es war für alle anstrengend, emotional fordernd und verbindend zugleich. 

Mein Learning ist klar: Ein Rebranding braucht Zeit, Ressourcen und ehrliche Planung. Es ist kein Projekt. Es ist ein Zustand.


2. Meine eigene Kapazität ist in der Schwangerschaft eine andere

Das war für mich persönlich wahrscheinlich das schwierigste Learning dieses Jahres. Normalerweise kann ich meine Ressourcen gut einschätzen. Ich arbeite viel, oft nah am Limit, aber zu sehen, wie viel ich bei und mit ALEMI bewirken kann, gibt mir sehr viel. 

In der Schwangerschaft hat sich dieses Gleichgewicht deutlich verschoben. Meine Stressresistenz war geringer, meine Belastbarkeit nicht dieselbe, meine Emotionen oft schwerer einzuordnen. Und als Konsequenz: Verpasste Möglichkeiten, nicht das Maximale rausgeholt, Fehler, die mit 10% mehr Einsatz hätten vermieden werden können.

Was daran am schwersten war, ist die Erkenntnis, dass ich es nicht einfach „ausgleichen“ konnte. Ich muss akzeptieren, dass es Phasen gibt, in denen ich nicht noch mehr geben kann. Und dass diese Akzeptanz kein Aufgeben ist, sondern ein notwendiger Schritt, um langfristig gesund zu bleiben.

(Und um hier sehr transparent zu sein - Ich habe das noch nicht gelöst und werde auch 2026 ganz sicher damit zu kämpfen haben)


3. Nischenprodukte sind keine Nebensache

Im Zuge des Rebrandings haben wir Produkte aus dem Sortiment genommen, die nicht zu unseren absoluten Bestsellern gehörten. Rational betrachtet war das nachvollziehbar. Emotional und strategisch war es rückblickend nicht immer richtig.

Einige dieser Produkte hatten eine sehr klare Funktion für bestimmte Kundinnen. Unsere 16-Zoll-Laptoptasche oder die SEEFELD, die vor allem im Store extrem gut funktioniert hat. Sie waren vielleicht keine Volumenprodukte, aber sie haben Bedürfnisse erfüllt, die sonst niemand abgedeckt hat.

Ich habe gelernt, dass ein Sortiment nicht nur aus Topsellern bestehen darf. Es braucht auch Tiefe und Relevanz für Nischen. Nicht alles, was sich schwer skalieren lässt, ist verzichtbar.


4. Eine stabile Product Pipeline ist essenziell

Wir haben dieses Jahr nur ein neues Modell gelauncht, die IDA SMALL. Geplant waren deutlich mehr (Freut euch auf 2026).

Produktentwicklung braucht Zeit, Fokus und kreative Kapazität. Und die war in diesem Jahr nicht immer da. Und manchmal muss man erst einen Schritt zurück machen. Es war zum Teil unfassbar frustrierend, wie lange es sich gezogen hat.

Gleichzeitig bin ich extrem dankbar für den "Luxus", den wir haben, dass wir keine externen Deadlines haben und Produkte erst dann launchen können, wenn wir wirklich von ihnen zu 100% überzeugt sind. Geduld fühlt sich manchmal nach Stillstand an, ist aber oft eine bewusste Qualitätsentscheidung.


5. Eine Marke kann so viel mehr bewegen

ALEMI war für mich nie nur eine Taschenmarke. Ich wollte immer, dass wir mehr transportieren als Produkte. Werte, Haltung, Perspektiven.

Die NOT JUST LUCKY Kampagne war eines der emotionalsten Highlights dieses Jahres. Zu zeigen, dass Erfolg von Frauen selten Glück ist, sondern das Ergebnis harter Arbeit. Zu sehen, wie viele Frauen ihre eigenen Momente geteilt haben, wie Diskussionen entstanden sind und Bewusstsein geschaffen wurde.

Das hat mir erneut gezeigt, wie viel Kraft in ehrlicher Kommunikation liegt. Und dass Marken Räume öffnen können, wenn sie sich trauen, Haltung zu zeigen. 

Es macht mich stolz zu wissen, dass so viele Frauen jetzt mit einem NOT JUST LUCKY Produkt jeden Tag daran erinnert werden, wie viel sie eigentlich geschafft haben. 


6. Träume dürfen auch leise sein

Ich bin jemand, der sich selbst viel Druck macht. Grosse Träume fühlen sich für mich oft ambivalent an. Nicht, weil ich nicht an sie glaube, sondern weil ich weiss, wie schnell aus Visionen innerer Druck werden kann. Quasi eine Art Selbstschutz, weil ich tendenziell die Person bin, die dann vergisst auch mal zu bremsen oder aus lauter Druck den Spass an der Arbeit verliert. 

Deshalb bleiben viele meiner Träume eher leise, als Gedanken im Hinterkopf. Dieses Jahr sind einige davon Realität geworden. Ich war unter den Top 100 Women in Business in der Schweiz, wir hatten einen grossen Artikel im Tages-Anzeiger, ich durfte auf mehreren grossen Bühnen sprechen.

Vielleicht muss man Träume nicht immer laut formulieren. Vielleicht reicht es, ihnen Raum zu geben.


7. Operatives Tagesgeschäft verdrängt Strategie schneller, als man denkt

Wenn der Kopf voll ist mit operativen Aufgaben, bleibt wenig Platz für strategisches Denken. Ich spüre das besonders stark, wenn wichtige Rollen fehlen, Menschen krank sind oder viele im Urlaub.

Dann rutsche ich automatisch tiefer ins Tagesgeschäft. Entscheidungen werden kurzfristiger, der Blick enger. Gerade als CEO ist das gefährlich, weil Voraussicht und Richtung genau in diesen Momenten gebraucht würden.

Dieses Jahr hat mir sehr deutlich gezeigt, wie wichtig Strukturen, Besetzung und Puffer sind, um strategisch handlungsfähig zu bleiben und wenn ich zurückblicke, dann waren die grössten Fehler nicht, dass ein Post nicht rausging, sondern dass nicht die richtige Weiche für das richtige Projekt gestellt wurde. 


8. Nicht alles liegt in der eigenen Kontrolle

2025 war geprägt von externen Faktoren, die wir nicht beeinflussen konnten. Zölle in den USA, steigende Materialpreise, Lieferverzögerungen, Fehler von Zulieferern, steigende Marketingkosten, sinkende Kaufkraft.

Es gab viele Momente, in denen sich ein Thema an das nächste gereiht hat. "Nicht auch noch das" hätte sehr oft die Überschrift eine Woche sein können. Einfach Situationen, die nicht geplant waren und trotzdem gelöst werden mussten. Mein Learning daraus ist simpel, aber wichtig: Man kann nicht alles kontrollieren, aber man kann fast immer reagieren. (Und egal, wie professionell man aufgestellt ist - Solche Zwischenfälle wird es immer geben - also besser lernen zu akzeptieren)


9. Werte zeigen sich erst, wenn Entscheidungen unbequem werden

Über Werte zu sprechen ist einfach. Zu ihnen zu stehen ist es nicht immer.
Vor allem dann nicht, wenn sie konkrete Konsequenzen haben.

Dieses Jahr sind unsere Material- und Produktionskosten deutlich gestiegen. Wir haben das schon sehr lange versucht abzufangen und waren irgendwann gezwungen, unsere Preise anzupassen. Nicht leichtfertig und nicht gerne, aber aus Überzeugung. Die Alternative wäre gewesen, an der Qualität zu sparen oder bei Arbeitsbedingungen Kompromisse einzugehen. Und genau das kam für uns nicht infrage.

Solche Entscheidungen fühlen sich im Moment selten gut an. Man weiss, dass sie erklärt werden müssen, dass sie Fragen aufwerfen, vielleicht auch Kritik. Aber genau hier zeigt sich, ob Werte wirklich gelebt werden oder nur Teil einer schönen Geschichte sind.

Für mich war das eines der klarsten Learnings dieses Jahres: Werte sind kein Marketinginstrument. Sie sind ein Kompass. Und manchmal führen sie nicht auf den einfachsten, aber auf den richtigen Weg.


10. Wir haben nicht aufgegeben – und genau das macht mich stolz

Bei all den Herausforderungen ist eines sehr klar: Wir haben dieses Jahr unglaublich viel geschafft. Wir sind über 30 Prozent gewachsen, trotz Rebranding und trotz einer extrem schwierigen Phase im E-Commerce. Und das ohne signifikant grösseres Team.

Viele Themen haben sich gezogen, manche länger als mir lieb war. Aber wir haben nie aufgehört. Wir haben weitergebaut, weiter entschieden, weiter geglaubt. 

2025 war kein leichtes Jahr. Aber es war ein starkes. Und ich gehe mit grossem Respekt für dieses Team, diese Marke und diesen Weg in das nächste Kapitel.

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